Das macht Dich zu einem richtigen Menschen

Das macht Dich zu einem richtigen Menschen

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Du möchtest wahrscheinlich wissen, was ich unter einem richtigen Menschen verstehe.

Stell Dir vor, Du stehst in einem Zoo vor einem Geparden-Gehege. Du siehst darin keinen „richtigen“ Geparden. Du siehst nur den Schatten eines Gepards. Ein richtiger Gepard kann 120 km/h laufen. Der Gepard im Zoo kann das nicht. Erstens braucht er es nicht, zweitens hat er nicht genug Platz.

Ein „richtiges“ Lebewesen ist eines, das sein volles Potenzial lebt.

Die Frage ist: Bist Du nur der Schatten eines Menschen oder bist Du ein richtiger Mensch?

Für eine Antwort musst Du herausfinden, was Dein volles Potenzial ist.

Wir Menschen gehören zur Familie der Menschenaffen. Dazu gehören auch Orang-Utans, Gorillas, Schimpansen und Bonobos. Wir sind anders als diese vier, sonst würden wir in einem Wald leben und auf Bäumen herumklettern. Wir haben ein Werkzeug, das uns anders macht.

Gorillas verhalten sich wie Gorillas. Schimpansen verhalten sich wie Schimpansen. Bonobos verhalten sich wie Bonobos. Hund verhalten sich wie Hunde. Eichen verhalten sich wie Eichen. Noch nie hat eine Eiche Tannennadeln wachsen lassen. Noch nie hat sich ein Hund wie ein Löwe verhalten.

Alle nicht-menschlichen Lebewesen folgen ihren Verhaltensprogrammen, die für ihre Art spezifisch sind. Sie können nicht anders. Klar kannst Du einem Tier etwas beibringen. Damit programmierst Du es. Doch auch dann folgt es nur seinen Programmen.

Wir Menschen sind anders. Wir haben ein Werkzeug, das uns ermöglicht, unseren Programmen nicht zu folgen. Wir können uns anders verhalten, ohne das lernen zu müssen. Schauen wir uns dazu ein Beispiel an.

Stell Dir eine Gruppe von 100 Affen vor. Schwere Gewitterwolken zie­hen auf und ein Blitz schlägt in einen nahegelegenen Baum ein. Der Baum beginnt zu brennen. Alle 100 Affen spüren die Gefahr und flüchten. Sie folgen ihren Verhaltenspro­gram­men.

Stell Dir nun eine Gruppe von 100 frühen Menschen vor. Schwere Ge­witterwolken ziehen auf und ein Blitz schlägt in einen nahegelegenen Baum ein. Der Baum beginnt zu brennen. Alle 100 Frühmenschen spü­ren die Gefahr. 99 Frühmenschen flüchten. Sie folgen ihren Verhaltensprogrammen – so, wie die Affen. Einer flüchtet nicht. Er ver­hält sich anders. Er ist neugierig und erforscht dieses Phänomen.

So oder ähnlich könnte der Mensch das Feuer als Werkzeug entdeckt haben.

Alle 100 Frühmenschen hatten das Potenzial, etwas anderes zu tun als zu flüchten. Vielleicht haben ein paar erkannt, dass sie die Wahl haben. Doch nur einer hat gewählt, anders zu handeln. Er hatte den Mut, etwas Neues zu machen – und darauf kommt es an. Alle 100 Frühmenschen hatten das menschliche Werkzeug, doch nur einer hat es verwendet. Er war der einzige richtige Mensch.

Wie konnte der eine Frühmensch anders han­deln? Einem Programm zu folgen ist einfach. Wie verhältst Du Dich, wenn Du keinem Muster folgst?

Du musst das Verhalten erzeugen. Wir Menschen haben ein Werkzeug, mit dem wir das können.

Hier ist eine Veranschaulichung: Stell Dir vor, Du kannst Klavier spielen. Du sitzt am Klavier und hast die Noten der Fünf­ten Symphonie von Beethoven vor Dir. Du hast zwei Möglich­keiten:

Du spielst das Stück Note für Note vom Blatt.

Oder: Du ignorierst die Noten und improvisierst – wobei die Improvi­sation mehr oder weniger oder nichts mit Beethovens Fünfter zu tun hat.

Seinen Programmen zu folgen ist wie das Spielen nach No­ten. Verhalten zu kreieren ist wie das Improvisieren. Affen und alle andere nicht­mensch­lichen Lebensformen können nur nach Noten spielen. Wenn Du einem Tier etwas beibringst, gibst Du ihm wetere Noten. Wir Menschen können improvisieren. Die 99 Frühmenschen in unserem Gedankenexperiment haben nach Noten gespielt. Der eine, der das Feuer erforscht hat, hat improvisiert.

Betrachte die vergangenen 24 Stunden Deines Lebens. In welchen Situationen hast du improvisiert, dh etwas getan, das Du noch nie zuvor getan hast?

Die unbequeme Wahrheit ist: Wir moderne Menschen improvisieren nur im Ein-Prozent-Bereich unseres täglichen Verhal­tens und Den­kens, die meisten viel weniger.

Du bist ein Mensch, weil Du Dich anders verhalten kannst, als Deinen Programmen zu folgen.

Du bist ein richtiger Mensch, wenn Du Dich tatsächlich anders verhältst, als Deinen Programmen zu folgen.

Daher ist die Frage nicht, ob Du ein richtiger Mensch bist, sondern wann Du ein richtiger Mensch bist. Der einfache Test, um das herauszufinden, ist: Machst Du etwas Neues? Etwas, das Du vorher noch nie gemacht hast?