Kinder sind heilig

Kinder sind heilig

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Das Wort heilig hat die proto-indoeuropäische Wurzel *kailo- (= ganz, unversehrt).

Kinder sind ganz. Sie sind, was sie sind. Sie sind authentisch.

Kinder sind wie Schwämme. Sie saugen alles an Wahrnehmungen und Erlebnisse auf, um in ihre Umgebung hineinzuwachsen. Sie tun das in voller Offenheit und voller Vertrauen.

Es gibt nichts Schöneres als einem kleinen Kind, das die Welt erforscht, zuzuschauen.

Kinder fragen ständig mit allen Sinnen auf unzählige Arten ‚Warum?‘ und ‚Warum nicht?‘ und lauschen nach Antworten. Dabei wachsen sie körperlich wie geistig mit enormer Geschwindigkeit. Daraus entsteht ihre Freude am sowie ihre tiefe Zufriedenheit mit dem Leben.

Es mag auf den ersten Blick paradox erscheinen, aber …

… wahre Zufriedenheit mit dem Leben entsteht,
wenn man nie zufrieden ist mit dem, was man erreicht hat.

Kinder sind so. Sie sind nicht zufrieden damit, krabbeln zu können; sie wollen stehen, gehen und laufen. Sie sind nicht zufrieden damit, dass sie jemand beim Gehen an der Hand hält; sie wollen selbstständig gehen. Sie sind nicht zufrieden damit, gefüttert zu werden; sie wollen den Löffel selbst halten. Sie sind nicht mit Grunz- und Stöhnlauten zufrieden; sie wollen alle Sprachen sprechen können, die sie hören. Sie sind nicht zufrieden mit dem, was sie über etwas wissen; sie wollen mehr darüber herausfinden. Sie sind nicht zufrieden mit dem, was sie erreichen können; sie wollen das Unerreichbare erreichen.

Ständig wollen Kinder mehr wissen, mehr können und mehr erreichen. Sie wollen ohne Unterlass wachsen.

Die Kraft dahinter ist ihre unbändige Neugier.

Neugierig die Welt zu erforschen und dadurch zu wachsen
ist die wahre Natur des Menschen.

Doch dieses zutiefst erfüllende Leben hört auf, wenn Kinder älter werden.

Es hört auf, weil sie die Lebensweise ihrer Eltern kopieren. Es hört auf, weil sie hören, dass sie mit dem, was sie haben, zufrieden sein sollen.

Das ist ein saudummer Spruch, der nicht nur gegen die Natur des Menschen, sondern gegen die Natur des Lebens an sich ist. (Siehe dazu meinen Blog Post „Wenn wir nicht wachsen, verwelken wir“.)

Das Leben der Erwachsenen besteht aus Vorschriften, Regeln, Programmen und Beschränkungen. Die Kinder lernen, so ein Leben zu führen.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
(Sprichwort)

Dieses begrenzte Leben wird als „Ernst des Lebens“ bezeichnet.

Hast Du diese Bezeichnung schon einmal hinterfragt? Warum sollte das Leben nur während der Kindheit zutiefst befriedigend sein? Warum sollte das Leben als Erwachsener ernst, problembehaftet und begrenzt sein?

Da stimmt etwas nicht – und „die ANDERE Geschichte vom Adler im Hühnerstall“ zeigt, was da nicht stimmt.

Ich habe die folgende Erfahrung gemacht:

2011 habe ich entschieden, mich von meinen Programmen zu befreien. Seither gehe ich mit großem Eifer durch den Prozess, meine Programme ausfindig zu machen und zu meistern. Heute lebe ich ein Leben, das in jeder Hinsicht völlig anders ist als vor 2011 – und ich erlebe eine Befriedigung und Freude, die ich zuletzt hatte, als ich klein war. Kinder zu beobachten und von ihnen zu lernen war ein wichtiger Teil meiner Reise!