Mehr als ein Kampf gegen das Corona-Virus …

Mehr als ein Kampf gegen das Corona-Virus …

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Wir sind aufgefordert, uns regelmäßig die Hände zu waschen und soziale Kontakte zu reduzieren. Das Ziel ist eine Verminderung des Risikos, uns mit dem Corona-Virus zu infizieren oder es weiterzugeben.

Ansonsten sollen wir darauf vertrauen, dass es in absehbarer Zukunft Medikamente oder Impfstoffe geben wird.

Aber wir können mehr tun.

Gegen das Corona-Virus anzukämpfen und einen Kontakt mit dem Virus zu vermeiden versuchen sind Maßnahmen im Geiste der Erreger-Theorie. Der Franzose Louis Pasteur war einer ihrer Väter. Doch diese Theorie ist nur ein Teil des großen Bildes.

Claude Bernard war einer von Pasteurs Gegenspielern. (Der Historiker B Cohen von der Harvard Universität nannte Bernard „einen der größten Männer der Wissenschaft“.)

Claude Bernard begründete den Begriff inneres Milieu und zeigte, wie wichtig es für Gesundheit und Wohlbefinden ist. Sein berühmtestes Zitat ist:

Der Erreger ist nichts, das Milieu ist alles.
(Claude Bernard)

Das Milieu für das Corona-Virus ist unser Körper.

Es heißt, dass die Corona-Virus-Risikogruppe Menschen über 70 sowie Menschen mit Vorerkrankungen sind. Das passt zum Zitat von Bernard, weil die Körper dieser Menschen offensichtlich schwächer und daher anfälliger sind als die Körper jüngerer und gesünderer Menschen, die zum Teil nur leichte Symptome haben oder vielleicht sogar symptomfrei bleiben.

Es ist daher eine gute Idee, wenn wir zusätzlich zu Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Virus das Milieu verbessern.

Das Milieu, dh der physiologische Zustand unseres Körpers, wird durch unsere Lebensweise und unseren Mindset (Mentalität, Geisteszustand) bestimmt. Die Lebensweise umfasst Ernährung, Bewegung, frische Luft usw. Der Mindset umfasst Glaubenssätze, Verhaltensmuster, Gedanken usw.

*

Die Wirkung des Mindset auf den Körper zeigt sich zB als Placebo- und Nocebo-Effekte. Placebo ist ein lateinisches Wort und bedeutet „Ich werde gefallen“. Nocebo ist ein lateinisches Wort und bedeutet „Ich werde schaden“. Die Essenz ist: Du kreierst was Du glaubst. Tatsächlich geht das über den physiologischen Zustand unseres Körpers hinaus:

Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht.
Du wirst recht behalten.
(Henry Ford)

Allerdings ist es nicht ganz so einfach, wie es dieses Zitat erscheinen lässt. Nicht unsere Gedanken kreieren, sondern unsere Mindset, der auch Teile hat, die wir nicht kennen. Solche Teile können ebenfalls eine Wirkung haben, wie das zB bei psychosomatischen Erkrankungen oft der Fall ist.

Unser Mindset besteht aus zwei Teilen: einem gegenwärtigen und einem vergangenen. Unser gegenwärtiger Mindset ist das, was wir denken. Unser vergangener Mindset ist unsere Geschichte, die alles enthält, was wir jemals erlebt haben. Indem wir unser Leben leben, entsteht unsere Geschichte als eine Art geistige Aufzeichnung von allem, was wir wahrnehmen, fühlen und denken. In diesem Prozess enstehen aus ähnlichen Lebenserfahrungen abstrakte Muster. Wenn ich zB wiederholt als Verlierer bezeichnet werde (in unterschiedlichen Situationen und Formulierungen), wird das zu einem Muster. (Ich beschreibe die Einzelheiten in meinem Buch „Bewusstsein: Natur – Zweck – Verwendung“.)

Unsere Geschichte – und somit unser Mindset – besteht aus zahllosen Mustern. Diese Muster bringen den Großteil unseres Verhaltens hervor. Daher werden diese Muster passend als Verhaltensprogramme bzw einfach als Programme bezeichnet.

Wir kennen einige dieser Programme/Muster; doch die meisten kennen wir nicht.

Stellen wir uns unseren Mindset als einen Ozean vor. Dann sind unsere Gedanken die Wellen auf der Oberfläche. Unsere Programme/Muster sind die enormen Wassermassen darunter. (Auch die meisten Wassermassen dieses Planeten sind uns Menschen unbekannt …)

Die Wellen ergeben sich aus der Interaktion des Wassers mit der Atmosphäre. Entsprechend ergeben sich unsere Gedanken aus der Interaktion unserer Programme mit der Welt.

Dieses Bild zeigt, warum es schwierig ist, unsere Gedanken zu kontrollieren, ohne sich gleichzeitig mit unseren Programmen zu beschäftigen. Daher ist „positiv denken“ nicht ganz so einfach, wie es klingt. Gedanken und Programme sind nicht voneinander zu trennen – und der Ozean an Programmen ist wirklich tief, denn die ältesten unserer Programme reichen zurück bis zu den Anfängen der Menschheit vor etwas 200.000 Jahren.

Nicht unsere Gedanken haben Macht – sondern unsere Programme.

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Die Corona-Krise zwingt uns zu Änderungen unserer Lebensweise. Da unsere Lebensweise ein Ergebnis unseres Mindsets bzw unserer Programme ist, zwingt uns die Corona-Krise zu einer Konfrontation mit unseren Programmen.

Jede Krise ist eine Gelegenheit. Jede Katastrophe ist eine Chance.

Das Wort Krise stammt vom altgriechischen Wort krinein (= trennen, entscheiden). Das Wort Katastrophe stammt von den altgriechischen Worten kata (= herab, entlang, gegen) und strephein (= drehen) und kann daher als „umkehren, umwenden“ interpretiert werden.

Entschleunigung und Reduktion der Sozialkontakte bedeuten mehr Zeit allein, mehr Zeit mit/für sich selbst. Das wird für viele Menschen eine Herausforderung sein und könnte sich für sie wie ein Drogenentzug anfühlen.

Ich lebe seit 2014 in selbst-gewählter sozialer Quarantäne. Ich habe diese Lebensweise gewählt, um mich auf meine Forschungen zu fokussieren – der Erforschung unserer Programme und wie wir davon frei werden. Ich weiß also aus jahrelanger Erfahrung, wie sich soziale Quarantäne anfühlt, was sie mit einem machen kann und welches enorme Potenzial ihr innewohnt.

Du kannst die Zeit, die aus der Corona-Virus-verursachten Änderung der Lebensweise entstehen wird, mit Aktivitäten füllen, die dich ablenken, wie zB Bücher lesen, Filme schauen, im Internet surfen oder mit der Familie und Freunden interagieren. Oder Du verwendest zumindest einen Teil davon, um Dich mit Deinem Mindset zu befassen, um Dich mit Deinen Programmen zu konfrontieren und daran zu arbeiten, von ihnen frei zu werden. Das hätte positive Wirkungen auf Deinen Körper.

Mit anderen Worten, Du kannst also Zeit auch nutzen, um Dein Milieu zu verbessern – sowohl über Deine Lebensweise als auch über Deinen Mindset.

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Die Corona-Pandemie ist mehr als ein Kampf gegen einen Virus. Sie ist auch ein Kampf gegen unsere Programme (unfreiwillig insofern, als wir gezwungen sind, unsere Lebensweise – und damit unsere Gewohnheiten – zu verändern; freiwillig in dem Ausmaß, in dem wir wählen, das Milieu zu verbessern, das wir dem Virus bieten.)

Ob eine Situation gut oder schlecht ist, ist eine Frage der Perspektive. Aus meiner Perspektive und Erfahrung ist die Corona-Pandemie auch eine Chance – sowohl individuell als auch global.

Bleib dran!
bk