Wahrheit hat keine Angst vor Fragen

Wahrheit hat keine Angst vor Fragen

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Wahrheit kann durch Fragen nicht geschwächt werden. Das Gegenteil trifft zu. Wahrheit kann durch Fragen nur gestärkt werden.

Wahrheit lädt Fragen ein. Wahrheit will in Frage gestellt und herausgefordert werden. Das ist die Essenz wissenschaftlicher Forschung.

Die Kunst des neugierigen Erforschens besteht darin, nichts als gesichert zu betrachten, gleichgültig wie offen­sichtlich es auch erscheinen mag. Einsteins Forschungen sind dafür ein Pa­ra­de­bei­spiel. Er stellte in Frage, was uns von allen Din­gen am Sichersten scheint: Raum und Zeit. Er stellte die jahrhundertealten Lehren von Sir Isaac Newton in Frage, dem „Papst der Physik“. Seine Neugier zahlte sich aus. Einstein fand heraus, dass Raum und Zeit tatsächlich anders sind, als sie uns erschei­nen

Wenn wir die Wahrheit finden wollen, müssen wir abweichende und alternative Perspektiven, Fragen und Herausforderungen nicht nur zulassen, wir müssen sie sogar einladen. Das ist die Essenz der Wahrheitsfindung.

Und wir müssen unsere eigenen Erkenntnisse in Frage stellen. Sobald wir glauben, etwas erkannt zu haben, müssen wir es auch gleich wie­der in Frage stellen und kritisch prüfen. Es gibt tau­send Möglich­keiten, sich zu irren. Vor allem aber gibt es tausend Mög­lich­kei­ten, sich selbst etwas einzu­reden. Nur das, was wieder und wieder und wieder hinterfragt und ge­prüft wur­de und alle Prüfun­gen überstanden hat, hat eine Chance, wahr zu sein

Das ist eine tiefe Wahrheit, zu der auch die folgenden Zitaten passen:

Ich verliere nie. Entweder ich gewinne oder ich lerne.
(Nelson Mandela)

Wir lernen wenig durch einen Sieg,
aber viel durch eine Niederlage.
(Japanisches Sprichwort)

Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen.
(Matthäus 5:44)

Galileo Galilei behauptete, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Das widersprach der offiziellen Lehrmeinung der Kirche zu einer Zeit, als die Kirche jene gesellschaftliche Autorität war, die die Wissenschaft heute ist. Galileo wurde zu lebenslangem Hausarrest verurteilt.

Albert Einstein war ein sehr neugieriger Student. Ständig stellte er in Frage, was seine Lehrer sagten. Wohlmeinende Professoren hatten ihn mehrfach gewarnt, dass er es so zu nichts bringen würde. Nach Abschluss seines Studiums des Lehramts Mathematik/Physik war er der einzige seines Studienjahrgangs, der (in ganz Europa) keine Anstellung bekam. Der Grund dafür war, dass er den Ruf hatte, etablierte Ergebnisse infrage zu stellen. Doch er ließ sich nicht beirren oder einschüchtern und forschte eben privat. Dafür nahm er sehr viel in Kauf. Er litt oft Hunger und handelte sich dadurch lebenslange Magenprobleme ein. Heute sind seine Erkenntnisse die Basis der globalen Zeitmessung, der Raumfahrt und der GPS-Technologie.

Eines der größten Wissen­schafts­genies aller Zeiten konnte be­reits vor 100 Jahren im etablierten Wissenschafts­system zunächst nicht Fuß fas­sen und musste pri­vat forschen. Erst nach­dem der Wert dieser Forschung augenscheinlich war, wurde er von der wissenschaftlichen Fachwelt anerkannt.

Die Wahrheit wird sich schließlich dort durchsetzen,
wo es schmerzhaft ist, sie ans Licht zu bringen.
(George Washington)

Sei neugierig. Stelle Fragen. Finde Antworten.

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Der Titel dieses Artikels, „Wahrheit hat keine Angst vor Fragen“, ist ein Zitat, das Yogananda zugeschrieben wird.

Vertiefender Text: Buch „Neugier: Der geistige Hunger des Menschen“

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